Samstag, 26. Februar 2011

Einrichtung von Bundesuniversitäten – Wem sollen die Universitäten zukünftig gehören?

Es geht nicht um Bund oder Land. Es geht um Geld oder kein Geld.

Bundesbildungsministerin Schavan hat mit ihrer Initiative für die Einrichtung von Bundesuniversitäten ein spannendes Thema angesprochen. Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, mit der zahlreiche Universitäten in Deutschland gefördert werden, geht bald in die nächste Runde. Da ist die Frage nach der Fortsetzung der finanziellen Förderung der Universitäten durch den Bund nur konsequent. Doch die Diskussion wird kompliziert. Denn es gibt ganz unterschiedliche Interessen. Die Länder fürchten den Verlust von Macht, den Ideologen geht es um die Frage der Eliteförderung und die Universitäten erhoffen sich eine bessere finanzielle Ausstattung.
Es lohnt sich, zunächst einen kurzen Blick auf das Finanzierungsgeflecht der Universitäten in Deutschland zu werfen. Dann lässt sich auch zeigen, weshalb der Großteil der Kritik sachlich unbegründet ist und die Universitäten dringend auf mehr finanzielle Mittel vom Bund angewiesen sind.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Keine Studiengebühren mehr in NRW – Ist die Abschaffung wirklich ein Grund zum Feiern?

Wie ein finanzieller Nebenkriegsschauplatz zur politischen Hauptkampfzone wurde

Gerade hat der Landtag in Nordrhein-Westfalen erst das Gesetz zur Abschaffung der Studiengebühren beschlossen, da wird schon der soziale Fortschritt lautstark gefeiert. Immerhin heißt dieses Gesetz auch hochtrabend „Gesetz zur Verbesserung von Chancengleichheit beim Hochschulzugang in Nordrhein-Westfalen“ und zeigt mit seinem Namen eine gewisse Kontinuität zum „Gesetz zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen“, mit dem die damalige schwarz-gelbe Landesregierung die Studienbeiträge genannten Gebühren einst in NRW einführte. Wenn man es allerdings ganz genau betrachtet, wurden Studiengebühren in Form von Langzeitgebühren bereits vorher von rot-grün implementiert.
Trotzdem kann die Regierungskoalition nun vorweisen, ihr wichtigstes Wahlversprechen gehalten zu haben. Mit der Abschaffung der Gebühren soll den Hochschulen insgesamt auch kein Geld entzogen werden, denn das Geld wird durch Kompensationszahlungen in Höhe von 249 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt ersetzt. Die Summe entspricht dem gesamten Aufkommen an Gebühren, das den Hochschulen tatsächlich zur Verfügung stand. Einzelne Hochschulen erhalten aber trotzdem weniger Geld als vorher, da die Verteilung sich ändert.

Promotion und Doktortitel – Welchen Sinn hat eine Promotion und was ist sie wert?

Eine Diskussion, die wichtiger ist als die um Herrn zu Guttenberg

Selten führt wissenschaftliches Fehlverhalten zu großer medialer Aufmerksamkeit. Das ist immer nur dann der Fall, wenn entweder bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse sich als gefälscht heraus stellen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens betroffen sind. Im Fall des Herrn (Dr.) zu Guttenberg dürfte ausschließlich letzteres der Fall sein. Denn gefälscht wurde hier nichts, sondern nur kopiert. Zudem finden sich wahrscheinlich auch keine bedeutenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in seiner Dissertation, die immerhin für ein „summa cum laude“ ausgereicht hat. Zumindest darf man doch am wissenschaftlichen Wert einer Doktorarbeit zweifeln, wenn wörtlich auch aus wenig wissenschaftlichen Quellen abgeschrieben wurde.
Deshalb soll an dieser Stelle auch keine Diskussion über Herrn zu Guttenberg und sein Verbleiben im Amt geführt werden, wie diese schon ausreichend in allen Medien und politischen Lagern geführt wurde. Es soll vielmehr der Fokus auf den Wert des akademischen Doktorgrads, der fälschlicherweise oft als Titel bezeichnet wird, gerichtet werden. Dabei sollen zwei Hauptaspekte zum Tragen kommen, nämlich die Frage der durch den Doktorgrad ausgedrückten Qualifikation sowie die Frage der mit dem Grad verbundenen Reputation.